Der Design-Prozess als Teamwork: Nicht ‘Ego’, sondern ‘Amigo’

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Hier bei PHM arbeite ich als UX Designer im App-Entwicklungsteam, das für die Entwicklung von  Softwarelösungen für unsere Klienten zuständig ist. Da wir nach Agile-Prinzipien arbeiten, bin ich durchgängig in verschiedenen Projekten in den Entwicklungsprozess eingebunden.

In diesem Artikel möchte ich Einblicke in unseren  Entwicklungsprozess geben, die zeigen, wie wir als Team durch effektive Zusammenarbeit eine gemeinsame Zielvorstellung  eines Projektes entwickeln.

Die Rolle des UX-Designers

Die Aufgaben und Schwerpunkte von Designern und Entwicklern mobiler Anwendungen unterscheiden sich grundlegend. Für visuelle Designer steht die Ästhetik der Anwendung im Vordergrund, das heißt die grafische Benutzeroberfläche, die Menüanordnung, die Farbgebung und  Schriftarten.

UX-Designer hingegen denken über Verhaltensweisen und Denkprozesse der Nutzer nach, um  Schmerzpunkte (‘pain points’) bei der Nutzung neuer Produkte zu antizipieren und zu beheben.

Als UX Designer arbeite ich eng mit unseren hausinternen App-Entwicklern , Testern, Product Owners, Sachexperten und anderen Stakeholdern  im Agile-Team zusammen, um intuitiv nutzbare, effektive Mobillösungen zu entwickeln – zur Zufriedenheit des Kunden und des gesamten Teams.

Wie funktioniert dieser Prozess?

Zusammenarbeit im Design-Prozess

Das gesamte Team ist hausintern. Das hat mehrere Vorteile für die Zusammenarbeit. Hier sind einige Einblicke in den Design-Prozeß:

1. Verstehen: Mapping und Pain Points

‘Eine brilliante Lösung des falschen Problems zu finden kann schlimmer sein, als gar keine Lösung zu finden: Löse das richtige Problem.’

-  Donald A. Norman, The Design of Everyday Things

Ein besonders positiver Aspekt der Arbeit bei PHM ist die Verfügbarkeit mehrerer Sachexperten für das Team. In der Anfangsphase eines Projektes kann ich ein tiefgreifendes  Verständnis des Kundenbetriebes und des Kontextes, in dem die Endnutzer die Mobillösung anwenden werden,  entwickeln. Ich verwende Zeit darauf, die Erfahrung des Endnutzers mit der Mobillösung zu antizipieren. Dazu verwende ich  ‘empathy maps’ und ‘ customer journey maps’, um Schmerzpunkte zu finden. Darauf aufbauend wird eine Lösung in der Form einer Serie von Anwendergeschichten  entwickelt mittels unseres Hilfsprogramms JIRA .

2. Ideenentwicklung: Vom Papier zum Prototyp

Für mich ist der aufregendste Teil des Projektes die Entwicklung von Ideen!

Nachdem ich den Kundenauftrag erhalten habe, setze ich mich mit Bleistift und Papier hin, um Ideen zu entwickeln, die ich dann mit dem Team teile. Dann beginnt der Zyklus von ‘Sketch, Review, and Repeat’, bis das optimale Design steht.

Dann kreiere ich Modelldarstellungen der Skizzen. Wenn das gesamte Team mit den Modellen zufrieden ist, produziere ich einen interaktiven Prototyp. Als Hilfsprogramme bevorzuge ich in diesem Stadium Adobe XD, Photoshop, Axure und Proto.io – es kommt jeweils auf das Projekt an.

Eine grundlegende Verbesserung unseres Entwicklungsprozesses ist, dass wir schon in frühen Stadien Rückmeldungen von den App-Entwicklern erhalten.

Dadurch werden die Vorteile der Zusammenarbeit maximiert und das Risiko, dass Probleme in späteren Entwicklungsstadien durch schlechtes oder fehlerhaftes Design auftreten, minimiert.  Zudem steigt durch das ständige Miteinbeziehen das Engagement und die Motivation der Teammitglieder.

3. Fertigstellung: Das endgültige Design und optimierte Assets

Eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen Designer und Entwickler wirkt sich positiv auf das gesamte Team aus, daher ist das eines meiner Hauptziele.

Es hat sich herausgestellt, dass Zeplin das beste Programm ist, um das endgültige Design, Styleguides und optimierte Assets zu mit dem Team zu teilen. Da ich nur zwei Tische weiter im Büro sitze, ist es den Teammitgliedern möglich, mich sofort anzusprechen, wenn es noch etwas zu klären gibt. Das hat die Zusammenarbeit sehr positiv beeinflußt – nicht ‘ego’, sondern ‘amigo’!

Die Designs werden dann getestet und in das Endprodukt integriert. 

Zusammenfassung

Effektive Kommunikation ist die Aufgabe des ganzen Teams. Wenn Product Owners, Designer, Entwickler und andere Stakeholder schon im Anfangsprozess zusammenarbeiten, wird die Motivation des Teams maximiert und das gesamte Design optimiert. Allerdings ist die wichtigste Regel:

“Vergessen sie nicht, dass Design ein iterativer Prozess ist, der Zeit braucht, um zum optimalen Resultat zu führen.”

Auszug aus “The User Experience Team of One” von Leah Buley

Das bedeutet, man muss von den Herausforderungen lernen und die Design- Reise genießen!